Fiji – das Paradies

Südsee – Palmen, unendlicher Sandstrand, (türkis-)blaues Meer, klares Wasser, viele bunte Fische, Sonne, Musik, fröhlich lachende Menschen – so die Bilder, die ich im Kopf hatte. Und die Realität? War genau so – wunderbar! Wir hatten ein sehr schönes Resort, das uns im Kontrast zum Camper sehr viel Luxus geboten hat, den wir ausgiebig genossen haben. Das Hotel war so nett und hat uns unerwarteterweise ein Upgrade geschenkt, sodass wir ein wunderschönes großes Zimmer mit direktem Meerblick, sogar mit direktem Zugang zum Meer, bekommen haben! Wir hatten eine große Terrasse mit Sofa, Ligen, Sitzgelegenheit und sogar mit einer Außen-Badewanne (worüber sich Dietmar wie bekannt besonders gefreut hat)! Also alles ideal für ein paar Tage „easy living“. Der einzige „Nachteil“ war, dass das Resort sehr abgeschieden lag, weit und breit nichts…keine Stadt, kein Supermarkt, nichts…und so nutzte das Hotel die Gelegenheit, für Speisen und Getränke einen entsprechenden Preis zu verlangen, der den Spaß am Genuss etwas reduziert hat… Auch wenn wir viel über meinen neuen Job und dessen Auswirkungen gesprochen, mit meinen Chefs geskypt sowie intensiv alle Varianten des weiteren Reiseverlaufs diskutiert und letztlich über den baldigen Rückflug entschieden und diesen mit dem Reisebüro geklärt haben, so war es dennoch eine wunderbare Zeit in der Südsee. Nach dem Strandresort hatten wir noch zwei Tage in der Stadt Nadi – ganz anders, sehr interessant. Fiji – ein unterentwickeltes Land mit den dafür typischen Merkmalen, aber mit einem großen Plus: sehr viel Lebensfreude in den Herzen der Menschen. „It’s Fiji Time“ – das drückt das Zeitgefühl gut aus – tiefenentspannt. Am letzten Tag in Fiji haben wir eine wunderschöne Bootstour mit einem...

Iter Interuptum

Die Älteren verstehen bestimmt dieses Wortspiel und die Assoziation dahinter…. und ja, genauso fühlt es sich an. Es war schön, aber gegen Ende wurde es etwas verkrampfter und erforderte volle Konzentration. Wir werden die Reise vorzeitig beenden. Einen Tag vor der Abreise zeichnete sich plötzlich ab, dass sich Entscheidungen bzgl. Andreas Job doch beschleunigen und in Auckland im Camper Van erhielten wir telefonisch die Nachricht über die getroffene Entscheidung. Es war dann genau diejenige, die es ihr praktisch unmöglich machte, die Reise fortzusetzen, während zu Hause wichtige Entscheidungen getroffen werden und strukturierende Arbeiten anstehen. Und so war unser Aufenthalt auf Fidschi vor der Diskussion über das Wie-weiter geprägt. Zwar sind solche Gespräche in einer traumhaften Landschaft in einem sehr schönen Resort natürlich angenehmer, aber  die richtige Entspannung stellte sich leider nicht ein. Es war bald klar, dass sie nach Hause reisen wird und ich war zunächst entschlossen, die Reise allein weiterzuführen (Jetzt verlassen wir bitte die oben entstandenen Assoziationen). Aber bei genaueren Überlegungen passte das alles nicht richtig. Der Australien-Teil war für uns beide zusammengestellt, ein Kompromiss unserer Vorstellungen. Ich für mich alleine hätte es anders geplant. Eine Anpassung war kaum möglich, und die Kosten wären nahezu gleich geblieben …. und das war mir im Endeffekt einfach zu teuer. Also: Rückflug Da Sydney ohnehin als Hub für den Rückflug geeignet war, haben wir den ohnehin geplanten Aufenthalt abgekürzt und den 2 Tage-Zwischenstopp in Dubai beibehalten und werden somit schon am kommenden Mittwoch wieder in Deutschland ankommen. Schade, aber auf manche Dinge muss man eben reagieren. Jetzt werde ich also entgegen meinen Planungen an meinem Geburtstag doch wieder in Deutschland...

Wasser!

Wasser ist so präsent in Neuseeland – in jeglicher Form. Zunächst auf der Südinsel Wasserfälle über Wasserfälle, anfänglich haben wir bei (fast) jedem angehalten und ihn angeschaut. Der Höhepunkt war dann am Milford Sound, wo das Wasser an zahlreichen Stellen viele Hundert Meter die Felswand herunterfloss. Das Schiff fuhr so nah wie möglich an die großen Wasserfälle ran, dass es einer Dusche mit sehr lautem Getöse gleichkam – sehr beeindruckend. Das Wasser fließt in Flüssen weiter, davon gibt es zahlreiche in Neuseeland, viele sehr breite Flussbette, aber auch enge Schluchten, durch die das Wasser schießt, echte Naturschauspiele. Dann waren wir bei Gletschern, türkisfarbenes gefrorenes Wasser, schön anzusehen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Seen, an denen wir unterwegs Pause gemacht haben oder an deren Ufer wir mit unserem Camper standen. Es sind große Seen mit klarem Wasser, der Blick darauf wirkt wunderbar beruhigend. Zum Teil sind es natürliche Seen, aber auch gefüllte Vulkankrater oder Stauseen. Gestern waren wir dabei, als bei einem Stausee die Schleusen z.T. geöffnet wurden und sich die enorme Wassermenge in die Tiefe ergoss. Es ist die Wucht, die Kraft des Wassers, die mich beeindruckt, dazu die vielen Formen, die man in den entstehenden Strudeln entdecken kann. Das Wasser von oben gibt es (leider) nun im Herbst auch sehr oft – die Wiesen wären ansonsten ja auch nicht so grün wie bei “Herr der Ringe” und die Schafe hätten nicht so viel Gras zu fressen, um die gute Merinowolle zu produzieren. Die Wetterkapriolen hatten wir in der Tat unterschätzt. So weit, so gut – das hat die Schweiz doch auch zu bieten, also nichts Besonderes? Es ist...

New Zealand–A Country Against my Addictions

Ein Freund des klassischen deutschen Schweinebratens wird in Saudi-Arabien nicht glücklich werden, genau sowenig wie ein Liebhaber wenig bekleideter Weiblichkeit. Ein buntes Strandleben ist beispielsweise in Norwegen eher selten zu finden genauso wie man in Stadtstaaten wie etwa Singapur auf der Suche nach unverfälschter Natur kaum fündig werden wird. Und wie ist das in Neuseeland? Schon am Flughafen fällt auf, dass hier nicht gerade das feine Oxford-English gepflegt wird, manchmal hatte ich in den ersten Tagen den Eindruck, der hier gesprochenen Sprache nur teilweise mächtig zu sein. Aber dies legte sich recht schnell, die Abschiedsfloskel “Sijah” (= see you) geht mittlerweile leicht von den Lippen. Viel schwerwiegender für mich ist die schon beschriebene Abneigung gegen die Alltagslaster wie Alkohol und Tabak. Unser letzter Kneipenbesuch in einer einfachen Sportsbar schlug für zwei kleine (lokale) Biere mit umgerechnet € 15 zu Buche. Wahrscheinlich kommt jetzt mein viel beklagter Sexismus wieder hervor, aber ich habe den leisen Verdacht, dass dies mit den beiden Damen zusammenhängt, die vor dem jetzigen Regierungschef dieses Land regierten. “No alcohol, no tabac” war ja eine Forderung, die die Frauenbewegung beispielsweise in den USA schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ihre Fahne geschrieben hatte. Gerne würde ich dieses Thema mal recherchieren, aber – und jetzt kommen wir zu einem weiteren Spannungsfeld meiner Addictions zu den Sitten hierzulande – das Internet ist hier eine Katastrophe. Die Bedingungen, die ich hier vorfinde, erinnern mich manchmal an meine Anfänge mit meinem alten Postmodem in Deutschland. Freie Netze sind kaum zu finden, aus schierer Verzweiflung zahlt man dann für einen Internetzugang relativ hohe Preise, nur ist dieser dann so langsam, dass...

Travelling Lesson #3

Begegnet man auf einer unkomplizierten ca. 2stündigen Wanderung jemanden, der genug hervorragendes Equipment dabei hat um sowohl für Schneestürme als auch für brütende Hitze gewappnet zu sein, kann man ziemlich sicher sein, dass er auch einen deutschen Pass dabei...
Travelling Lesson #2

Travelling Lesson #2

Der Begriff Regenwald hat etwas mit Regen zu tun. Fährt man in eine Gegend, die als sehr niederschlagsreich beschrieben wird, und von der auch die Einheimischen sagen, dass es dort an 85% der Tagen regnet, sollte man sich nicht wundern, wenn es wie aus Eimern...

Das ist doch wie ….

Ich bin zwar erst einige Tage in Neuseeland unterwegs, aber ich erlaube mir dennoch, einige Vergleiche zu ziehen. Zumindest hier im Süden (mal sehen, ob sich mein Eindruck im Norden ändern wird) erinnert mich doch sehr vieles an Kanada. Ich bin mir sicher, sowohl Kanadier als auch Neuseeländer würden dies abstreiten, aber mir scheinen die Analogien doch zu offensichtlich. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Landschaft oder das Wetter (obwohl hier im Süden das Herbstwetter doch stark an Kanada im letzten Herbst erinnert), sondern vielmehr die Menschen. Man pflegt hier auch gerne dieses “Naturburschen-Image”, die bevorzugte Kleidung erscheint wie aus der Auslage eines Outdoor-Shops. Man ist wettergegärbt und –resistent, so sind dicke Jacken über kurzen Hosen kein außergewöhnlicher Anblick. Das gilt nicht nur für die Männer, auch die Frauen pflegen diesen Look, nach meinen bisherigen Erfahrungen glaube ich nicht, dass der Markt für exzessive Kosmetikprodukte hier sehr ausgeprägt ist, High Heels habe ich nur bei japanischen Touristinnen gesehen  und der “metrosexuelle” Mann dürfte daher hier eher ein Schattendasein führen. Überhaupt das Männerbild: Der “tough guy” steht offensichtlich hoch im Kurs, außerhalb der Städte fährt man Geländewagen und Pick-Ups, alles ist recht rustikal. Man sieht alle Arten von Outdoor-Aktivitäten, je extremer, desto besser. Aber insbesondere steht Rugby hoch im Kurs, einen Spruch, gemünzt auf den American Football, der ja auch nicht gerade ein Sport für Weicheier ist, hat mir besonders gefallen: “Rugby: No pads, no helmets, just balls”. Aber dennoch hat die zumindest in diesem Sinne recht puritanische Regierung es geschafft, die Vorlieben für die kleinen Drogen des Alltags zu vertreiben. Alkohol wird nicht beworben und ist sehr teuer...

…eiskalt und platt…

So schön warm und kuschelig hatte der Abend begonnen – bis unsere Heizung in der Nacht ausfiel und es kalt und kälter und immer noch kälter wurde. Das Licht am Heizungsschalter blinkte uns an, was will es uns nur sagen? Wir drehen, drücken, ziehen, hauen dagegen – nichts. Haben wir etwa doch etwas Wichtiges aus der langen Instruktion vergessen? Ah, sie haben uns doch einen extra Heizlüfter mit gegeben, wussten sie schon, dass die Heizung nicht gut funktionieren wird? Leider auch Fehlanzeige: Der Lüfter pustet nur kalte Luft in den Raum – naja. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns tief einzugraben in die zum Glück recht warme Bettdecke, Zusatzdecke oben drüber, Socken an, aber dennoch: mit eiskalter Nase schläft es sich nicht wirklich gemütlich. Dazu kommt, dass die nicht funktionierende Heizung großen Krach macht und sich der Lattenrost wie von selbst bewegt, mal sackt die eine, mal der andere ein – das ist wie im Slapstick, nur ohne Kamera! Wir lachen herzlich darüber – das gibt blaue Flecken. Zum Glück weckt uns am Morgen eine kräftige Sonne, sie scheint hier sehr grell und stark, obwohl es ja Herbst ist, es ist ein ganz anderes Licht als in Deutschland. Die Sonne und eine warme Dusche versöhnen uns mit der letzten Nacht. Wir können draußen sitzen und frühstücken, wunderbar, so haben wir uns das vorgestellt! Ein Plausch mit den neuseeländischen Nachbarn, ein paar Tipps zur heutigen Route und bald geht es los. Aber oh je, wir kommen nicht weit, schon ein paar Hundert Meter nach Verlassen des Campingplatzes hören wir ein seltsames Geräusch, was ist das? Fenster auf und...
Wohnmobil–eine Welt für sich

Wohnmobil–eine Welt für sich

So ein Wohnmobil zu mieten und dann auch zu beherrschen, ist eine Wissenschaft für sich! Wir hätten nie gedacht, dass es alleine drei Stunden braucht, bis wir mit unserem neuen “Zuhause” für die nächsten drei Wochen endlich losfahren können. Auf einem riesen Parkplatz stehen unzählige große Gefährte, eines größer als das andere – oh je, mit so etwas sollen wir fahren? Wir dachten, dass am Ende der Saison wenig los wäre bei der Vermietstation – weit gefehlt, im Warteraum sitzen bereits viele Touristen, wir melden uns an der Rezeption an und erfahren, dass es mindestens eine Stunde dauern wird. Dazu erhalten wir ein iPad, mit dem wir ein Sicherheitsvideo anschauen sollen – nicht vergessen: immer links fahren und ohne Alkohol – ach! Immerhin gibt es Kaffee und Internet, dazu einen großen Stapel Papier mit den Mietkonditionen etc. zum Lesen. Wir schauen uns immer wieder draußen die verschiedenen Campmobile an und rätseln, welches wohl unseres ist. Dann endlich: Wir sind dran an der ersten Station: ein Gespräch zu den Mietbedingungen und insbesondere zu den Versicherungen. Oh je, wir hatten uns im Vorfeld schon viele Gedanken dazu gemacht und wollten eigentlich die kleine Lösung – aber dann hat uns der Mitarbeiter deutlich gemacht, wie teuer es tatsächlich im Fall der Fälle werden kann; naja, so haben wir doch das All-Inclusive-Paket abgeschlossen, wir können also Unfälle machen, uns sogar auf die Seite rollen oder überschlagen – alles ist versichert, das ist doch was! Dann eine lange Einweisung in die Untiefen der Technik eines solchen Gefährtes, uns schwirrt der Kopf vom Frischwasser, Gas, Kühlschrank, Heizung, Abwasser, Tank, Mikrowelle, Dusche, Herd, Strom, dazu Licht,...